Hamburgische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e.V.

Motiv: HAG, Foto HAG
Navigation Überspringen
 

Jahrestagung 2017

Die HAG im Gespräch: Jahrestagung 2017

Unter dem Titel „Gesundheitsförderung in der stationären Pflege im Kontext des Präventionsgesetzes – Potenziale und Herausforderungen“ lud die HAG am 15. November 2017 Mitglieder, Kooperationspartner_innen und Unterstützer_innen zu ihrer Jahrestagung ein. Wie schon in den vergangenen Jahren bot die HAG den gut 60 Teilnehmenden ein Forum für Information, Austausch und Diskussion zum aktuellen Stand der Umsetzung des Präventionsgesetzes. Nach § 71 Abs. 2 SGB XI haben die Pflegekassen die Aufgabe, Leistungen zur Gesundheitsförderung und Prävention für Versicherte in voll- und teilstationären Pflegeeinrichtungen zu erbringen. Ziel ist die Gesundheitspotenziale pflegebedürftiger Menschen zu fördern – trotz körperlicher, kognitiver oder psychischer Beeinträchtigung. Die Umsetzung von Gesundheitsförderung und Prävention soll auch in der stationären Pflege konsequent dem Settingansatz folgen. Maßnahmen sollen sowohl verhältnis- als auch verhaltensorientiert sein und partizipativ entwickelt werden. Pflegebedürftige, ggf. auch Heimbeiräte, Angehörige und gesetzliche Betreuungen sollen bei der Ermittlung von Gesundheitsrisiken und -potenzialen, der Entwicklung von Lösungsstrategien sowie der Evaluation von Maßnahmen beteiligt sein.
In ihren Grußworten machten die Staatsrätin der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz (BGV), Elke Badde, und die Erste Vorsitzende der HAG, Prof. Dr. Corinna Petersen-Ewert, deutlich, dass das Setting stationäre Pflegeeinrichtung auch in Hamburg an Bedeutung gewinnen wird, sowohl was die Einbindung in eine kommunale Strategie betrifft als auch die Anforderung, Maßnahmen der Prävention in nicht betrieblichen Settings mit den Maßnahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) zu verbinden.
Dr. Annett Horn von der Universität Bielefeld stellte in ihrem Beitrag „Prävention in der stationären Pflege“ den aktuellen Status quo vor. Sie machte deutlich, dass chronische Krankheiten im Alter zunehmen und mit einer Multimorbidität die Ursachen für physische und kognitive Funktionseinbußen und Pflegebedürftigkeit sind. Derzeit leben von den rund 2,9 Mill. Pflegebedürftigen ca. 780.000 in Pflegeeinrichtungen, das heißt, es gibt einen zunehmenden Bedarf an Langzeitversorgung und an Prävention und Gesundheitsförderung. Sie betonte, dass Prävention und Gesundheitsförderung im hohen Alter funktionale Gesundheit, Autonomie und Lebensqualität erhalten kann. Speziell in der pflegerischen Langzeitversorgung könnten Maßnahmen der Gesundheitsförderung und Prävention weitere Gesundheits- und Funktionseinschränkungen und Ressourcenverluste abwehren und den bisherigen Zustand erhalten. Die Folgen begrenzter Gesundheit können minimiert und Autonomie, Wohlbefinden, Selbstbestimmung und Teilhabe am sozialen Leben erhalten werden. Als besonders wirksam hätten sich Angebote der Bewegungsförderung erwiesen.
Michael Schulz, Federführer der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in der Arbeitsgruppe Pflege im Koordinierungsgremium zur Umsetzung der Landesrahmenvereinbarung in Hamburg referierte im Anschluss zu „Prävention und Pflege: Wo steht Hamburg? Der Versuch einer Situationsbeschreibung“. Er stellte die Rahmenbedingungen und den GKV-Leitfaden Prävention dar und berichtete über Hamburger Ansatzpunkte.
In einer Gesprächsrunde gaben die Teilnehmenden Anregungen aus ihrer Praxis: Jan Krebs, Johannes Stratmann, Studierende der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) | Department Pflege und Management; Elisabeth Rahn, Hamburger Sportbund e.V. (HSB); Gabriele Schröder, Hamburger Angehörigenschule und Bärbel Will vom Bundesverband der Berufsbetreuer, Landesgruppe Hamburg, diskutierten mit Dr. Annett Horn und Michael Schulz die Fragen:
Wie kann Gesundheitsförderung und Prävention aus Sicht der Praxis umgesetzt werden? Wie können gute Ideen den Vorgaben des GKV-Leitfaden Prävention entsprechend umgesetzt werden? Was kann eine Einrichtung dazu bewegen, einen Gesundheitsförderungsprozess zu starten?
In der Diskussion wurde deutlich, dass die Wissensvermittlung über die Umsetzung und Implementierung von Maßnahmen zur Gesundheitsförderung und Prävention in der stationären Pflege im Rahmen des Präventionsgesetzes ausbaufähig ist. Wichtig sei es, eine Brücke zwischen Wissenschaft, gesetzlichen Vorgaben und praktischer Umsetzbarkeit – unter Berücksichtigung des beruflichen Alltags der Pflegekräfte – zu schaffen. Hierbei sei auch die Verknüpfung mit dem Pflegestärkungsgesetz und insbesondere mit dem Demenzbereich zu fördern.

 
 
 

HAG

 
Aktualisiert am: 06.12.17