Hamburgische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e.V.

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Jahrestagung

Jahrestagung HAG 2016

Qualität macht den Unterschied! Neue Impulse für Qualitätsentwicklung in der Gesundheitsförderung

„Wie machen wir das Richtige richtig?“ Mit dieser Frage eröffnete Petra Hofrichter, Hamburgische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung, die HAG-Jahrestagung 2016. Zum Thema „Qualität macht den Unterschied! Neue Impulse für Qualitätsentwicklung in der Gesundheitsförderung“ kamen am 16. November 2016 rund 80 Entscheidungsträgerinnen und -träger aus der HAG-Mitgliedschaft, Akteure aus Politik und Wirtschaft sowie Kooperationspartnerinnen und -partner zusammen. Dr. Jürgen Mantell, Präsident des Hamburger Sportbundes, begrüßte die Teilnehmenden und kündigte den Masterplan Acitve City: Mehr Bewegung für Hamburg an. 26 Projekte zum Ausbau der Sportinfrastruktur sollen bis zum Jahr 2024 umgesetzt werden.
Kathrin Herbst, Verband der Ersatzkassen e. V. griff die Relevanz der Qualitätsentwicklung und -sicherung in der Gesundheitsförderung und Prävention auf und benannte zwei elementare Fragen: Wie können die durchgeführten Maßnahmen wirkungsorientiert evaluiert werden und wie können die Menschen erreicht werden, die erreicht werden sollen? Prof. Dr. Corinna Petersen-Ewert, Vorsitzende der HAG, moderierte die Veranstaltung.

In seinem Beitrag richtete Klaus-Peter Stender (BGV) den Blick auf die Qualitätsentwicklung in Hamburg. Er sei stolz darauf, dass diese in der Hansestadt bereits eine sehr hohe Bedeutsamkeit einnehme. Dabei stützt er sich auf drei Prüfsteine zur Kontrolle von Fortschritt: Er benannte drei Prüfsteine, an denen sich der Fortschritt von Gesundheitsförderung und Prävention in Hamburg bewerten lässt: die Erreichung des Ziels der Förderung von gesundheitlicher Chancengleichheit, die Verankerung der Gesundheitsförderung in Lebenswelten und die Organisation von Gesundheitsförderung und Prävention als übergreifende Aufgabe in verschiedenen Politiken und Gesellschaftsfeldern. Des Weiteren forderte er dazu auf, Aktivitäten auf Fakten und Wissen gestützt umzusetzen, Quellen wie die Gesundheitsberichterstattung als Grundlage zu nutzen, aber auch Scheitern als Chance zu sehen und aus Fehlern zu lernen. Qualität entstehe durch gemeinsame Lern- und Reflexionsprozesse.

Prof. Dr. Petra Kolip (Universität Bielefeld) bezeichnete Hamburg „als einen Hotspot für die Qualitätsentwicklung in der Gesundheitsförderung“. In ihrem Vortrag „Gesundheitsförderung in Lebenswelten – Entwicklung und Sicherung von Qualität“ thematisierte sie die Dimensionen von Qualität und verdeutlichte deren Relevanz für eine erfolgreiche Qualitätsentwicklung. Kolip betonte, dass die Wirkung von Maßnahmen häufig erst nach einiger Zeit erkennbar sei und Qualität Zeit benötige.

Prof. Dr. Michael T. Wright (Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin) verwies in seinem Beitrag auf die Wichtigkeit der Integration von Partizipation. Laut Wright benötigt Partizipation Partnerschaft und baut auf Vertrauen und Kontinuität. Nur so können gemeinsame Ziele erreicht werden. Er plädierte dafür, weniger in Zielgruppen zu denken. Zielgruppen weisen häufig keine sozialen Gemeinsamkeiten auf. Angebote werden aufgrund von fehlender Zugehörigkeit seltener angenommen. Der richtige Ansatz sei das Denken in Gemeinschaften. Zudem sprach er sich für Evidenz durch partizipative Evaluation aus. Er nannte hierbei den Ansatz zur praxisbasierten Evidenz als Gegenstück der wissenschaftlichen Evidenz. Durch diesen Ansatz könnten über Qualitätsentwicklungsprozesse Nachweise aus der Praxis geliefert werden, welche die Sinnhaftigkeit von Maßnahmen in der Gesundheitsförderung bestätigen. Eine Evaluation unter wissenschaftlichen Bedingungen sei hier häufig nicht realisierbar.

Die Inputs förderten einen regen Austausch zwischen den Teilnehmende und den Referent_innen.
Fazit der Veranstaltung: von allem ein „Mehr“. Mehr Mut über das Scheitern zu sprechen und daraus zu lernen, mehr Partizipation zu wagen und den Praxisprojekten mehr Zeit für die wirkungsorientierte Evaluation zur Verfügung zu stellen!

 

HAG-Jahrestagung 2015

Gesundheitsförderung und Prävention gemeinsam verantworten!

Zur HAG-Jahrestagung am 18. November kamen rund 80 Entscheidungsträgerinnen und -träger aus der HAG-Mitgliedschaft, Akteure aus Politik und Wirtschaft sowie Kooperationspartnerinnen und -partner in das Haus des Sports. Dr. Jürgen Mantell, Präsident des Hamburger Sportbundes und die HAG-Vorsitzende Prof. Dr. Corinna Petersen-Ewert begrüßten die Teilnehmenden.

Die Staatsrätin der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz, Elke Badde, machte in ihrer Eröffnungsrede deutlich, wie wichtig es im Rahmen des Präventionsgesetzes ist, dass die Gesamtheit der Akteure sich auf ein gemeinsames Verständnis von Gesundheit einigt. Armut ist die größte Bedrohung für die Gesundheit, so Badde, und sie plädierte für die Förderung der gesundheitlichen Chancengleichheit in den relevanten Settings (Sozialraum), auf Grundlage datenbasierter Kenntnisse. Zudem sei die Gesundheitsversorgung der Flüchtlinge eine zu bewältigende Aufgabe. Badde bezeichnete in diesem Zusammenhang die Rolle des Paktes für Prävention und dessen Akteure als Kompass für die „Weiterentwicklung von Gesundheitsförderung und Prävention“.
Es folgte der Vortrag „Gesundheitsförderung zwischen Wunsch und Wirklichkeit“, des Gesundheits- und Ernährungspsychologen Prof. Dr. Christoph Klotter. In seinem Beitrag setzte er sich kritisch mit dem Anspruch von Gesundheitsförderung und Prävention im Hinblick auf die zu erreichenden Zielgruppen auseinander und betonte dass „die, die es am nötigsten haben, nicht erreicht werden.“ Dabei stellte er die Gesundheitsförderungs-disziplin als psychosozial orientierten Ansatz in den Fokus. Ziel ist nicht die Risiko-vermeidung, sondern die Befähigung von Menschen, ihre eigene Gesundheit zu erhalten. Zudem übte Klotter Kritik an der Individualisierung von Krankheiten und betonte die Bedeutung der sozialen Umwelt, denn die Verantwortung liege gemäß der Ottawa-Charta nicht ausschließlich beim Individuum.
In der folgenden Gesprächsrunde machte Kathrin Herbst (vdek, LV Hamburg) deutlich, dass Zwang und Verpflichtung kein legitimer Weg für Krankenkassen sein könne. Zudem bestehe eine Verpflichtung gegenüber den Versicherten. Kassen können demnach nur Impulsgeber sein, nicht jedoch die Verhältnisse beeinflussen. Hier sind die jeweiligen politischen Ressorts gefragt. Anette Borkel (vhs) reflektierte aus Sicht der Erwachsenenbildung: „Erwachsene sind lernfähig aber unbelehrbar.“ Sie plädierte für eine milieuspezifische Teilnehmerorientierung. Weitere Themen waren das Präventionsgesetz und dessen mögliche Ausgestaltung und das Spannungsfeld zwischen Verhältnis- und Individualprävention.
Prof. Dr. Claudia Hornberg von der Universität Bielefeld gestaltete den zweiten input dieser Jahrestagung mit ihrem Beitrag über „Die Kommune als Setting der Gesundheitsförderung“. Als zentrales und wichtiges Handlungsfeld, sei die Kommune „als Dachsetting“ in besonderer Verantwortung für sozial benachteiligte Menschen. Eine kommunale Anpassung, im Hinblick auf das Präventionsgesetz, hielt Hornberg für besonders wichtig. Zudem betonte sie, dass im Bereich Gendersensibilität Nachholbedarf bestehe. Partizipation sei für eine nachhaltige Entwicklung in den Quartieren, unter Einbeziehung aller relevanten, zivilgesellschaftlichen Akteure, besonders wichtig.
In der daran anschließenden Gesprächsrunde betonte Susanne Wehowsky, HAG, dass die Förderung von integrierten kommunalen Strategien, dem Aufbau von Präventionsketten und den Koordinierungsbausteinen für Gesundheitsförderung in benachteiligten Stadtteilen, Hamburg den richtigen Weg gehe, dieser jedoch im Rahmen des Präventionsgesetztes weiter ausgebaut werden soll. Eine stärkere Vernetzung von Prävention und Stadtentwicklung seien für eine Berücksichtigung der Umweltfaktoren nötig. Wehowsky untermauerte ihr Verständnis mit den Worten: „Die Kommune ist das Dachsetting des Präventionsgesetzes“.
Auch Dr. Matthias Gruhl (BGV) plädierte für eine koordinierte Vernetzung in den Stadtteilen. Er betonte die Bedeutung der Quartiere. Die Kommune sei das endscheidende Setting um Zielgruppen zu erreichen. Im Demografie-Konzept „Hamburg 2030“ sieht Gruhl eine geeignete Strategie auch für die Gesundheitsförderung, um sowohl die kommunalen Besonderheiten zu berücksichtigen, als auch die Entwicklung der Quartiere zu beeinflussen. Partizipation sei hier grundlegend, diese werde auch bei der Hamburger Landesrahmenvereinbarung für das Präventionsgesetz in den Fokus gerückt.
Prof. Dr. Claudia Hornberg betonte es sei eine gute Zeit für „Konkrete Vereinbarungen“ und warf die Frage auf: „Passen die guten kommunalen Ideen in die formalen Rahmenbedingungen?“
Weitere Themen der waren das Verständnis von Verhaltens- und Verhältnisprävention und die angemessene Finanzierung langfristiger, struktureller Maßnahmen. Prof. Dr. Petersen-Ewert fasste die Veranstaltung inhaltlich zusammen und bedankte sich bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

 

Jahrestagung HAG 2014

Das Präventionsgesetz: Was gibt´s Neues? Was wird besser?

Zur Jahrestagung am 12. November kamen rund 80 Entscheidungsträgerinnen und -träger aus der HAG-Mitgliedschaft, Akteure aus Politik und Wirtschaft sowie Kooperationspartnerinnen und -partner in das Haus des Sports. Dr. Jürgen Mantell, Präsident des Hamburger Sportbundes und die HAG-Vorsitzende Prof. Dr. Corinna Petersen-Ewert begrüßten die Teilnehmenden.

Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks ging in ihrer Eröffnungsrede auf den aktuellen Stand des Präventionsgesetzes ein und hob die Passagen des Referentenentwurfs hervor, die nachgebessert werden müssen. Sie betonte einmal mehr, dass Gesundheitsförderung und Prävention gesamtgesellschaftliche Aufgaben sind. Deshalb seien auch alle Sozialversicherungsträger und die Private Krankenversicherung an der Finanzierung zu beteiligen.

In den folgenden drei Gesprächsrunden, die der Berliner Arzt und Journalist Dr. Daniel Rühmkorf moderierte, wurde der vorliegende Gesetzentwurf aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Klaus Peter-Stender (BGV) sah die Nichtberücksichtigung der Länder problematisch: Einige Bundesländer könnten sich der Verpflichtung entziehen, entsprechende Mittel für die Gesundheitsförderung und Prävention bereitzustellen. Insgesamt sieht er das Gesetz vom „Esprit der Gesundheitsförderung befreit“. Kathrin Herbst (vdek LV-Hamburg) unterstrich noch einmal die Forderung der Senatorin, alle Sozialversicherungsträger an der Finanzierung zu beteiligen. Das Gesetz ist ein Schritt in die richtige Richtung. Es gibt aber noch viel zu tun. Gerade Hamburg ist mit Blick auf den Pakt für Prävention ein gutes Beispiel, wie es besser gemacht werden kann. Hier arbeiten bereits Hamburger Akteure (Behörden, HAG, Sozialversicherungsträger etc.) seit vier Jahren in verschiedenen Handlungsfeldern gut zusammen.

In der zweiten Gesprächsrunde wurde der „Koordinierungsbaustein Gesundheitsförderung“ als Beispiel für die quartiersbezogene Gesundheitsförderung diskutiert. Die Runde aus Landes- und Bezirksvertretern und einer Vertreterin einer gesetzlichen Krankenversicherung waren sich einig, dass dieses noch ausbaufähige Konzept durchaus ein gutes Beispiel für eine verbindliche und zielführende Kooperation ist, die einen Beitrag zur Gesundheitsförderung vor Ort leistet. Die dritte Runde unter Beteiligung von Sven Jung (Deutsche Rentenversicherung Nord), Sönke Fock (Agentur für Arbeit Hamburg) und Jan Holger Stock (Unfallkasse Nord) machte deutlich, dass zahlreiche Schnittmengen Ihrer Institutionen zur Gesundheitsförderung und Prävention. Sie bedauerten zum Teil, nicht als finanzierender Träger bedacht worden zu sein. Sönke Fock lobte die Netzwerkaktivitäten in Hamburg. Die HAG steht für die Qualität dieser Netzwerkarbeit und sorgt für Kontinuität. Daran könnten die nicht zur Kasse gebetenen Sozialversicherungsträger gut anknüpfen, um sich über das Präventionsgesetz hinaus zu engagieren.

 

Impressionen Jahrestagung 2016

 

Impressionen der Jahrestagung 2014

 
 

HAG

 
Aktualisiert am: 11.01.17