Hamburgische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e.V.

Motiv: HAG, Foto HAG
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Gesundheitsförderung und Prävention in der Lebenswelt der Stadtteile

Hamburg setzt bei der Umsetzung von Gesundheitsförderung und Prävention auf ein sozialräumliches Vorgehen. Basis dafür sind die lokalen Strukturen und Ansprechpartner*innen, die - nah an den Bürger*innen Gesundheitsförderung und Prävention stärken, z.B. in Vereinen, Schulen, Kitas, Elternschulen, Bürgerhäusern oder bei sonstigen Aktivitäten im Stadtteil. Getragen wird dieser Ansatz vom Vorrang des Bottom-Up-Prinzips, also dem Empowerment (Befähigung) und der Unterstützung der Menschen.

 

Nach Abschluss und Auswertung des in Hamburg-Lurup u.a. vom Deutschen Institut für Urbanistik (DIFU) geförderten Modellprojekts „Mehr als gewohnt – Stadtteile machen sich stark für Gesundheitsförderung“ hat die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz (BGV) kontinuierlich den Auf- und Ausbau lokaler Strukturen der Gesundheitsförderung in Hamburg gestärkt. Dazu gehört eine Koordinierung des Themas Gesundheitsförderung im Stadtteil, welche die lokal handelnden Akteure zusammenbringt und Bürger*innen beteiligt.

In den letzten 10 Jahren wurden an sechs Standorten - in Kooperation mit der TK und der HAG - "Koordinierungsbausteine für Gesundheitsförderung" (Koba) eingerichtet (detaillierte Beschreibung: siehe Steckbriefe). Diese haben die Aufgabe unter Einbeziehung der Bevölkerung eine bedarfsgerechte niedrigschwellige Gesundheitsförderung umzusetzen. So werden Bürger*innen in belasteten Lebenslagen mit gesundheitsförderlichen Angeboten besser erreicht. Die BGV stellt für diese sechs Standorte Honorarmittel von jeweils 10.000-15.000 € im Jahr zur Verfügung. Für diese lokale Koordinierung von Gesundheitsförderung stehen pro Koba etwa ein Tag pro Woche zur Verfügung. Die Techniker Krankenkasse stellt jedem Koba Projektmittel von ca. 30.000 € für Mikroprojekte zur Verfügung. Seit 2017 unterstützen auch die AOK und IKK classic dieses Konzept.

Im Zuge der Umsetzung des Präventionsgesetzes bzw. der Landesrahmenvereinbarung Hamburg wird diese lokale Struktur weiter ausgebaut werden. Der Pakt für Prävention hat das Konzept der Struktur lokaler Vernetzungsstellen für Gesundheitsförderung als Beispiel guter Praxis empfohlen. Die Leitlinien des Rahmenprogramms Integrierte Stadtteilentwicklung (RISE) wurden bei dieser Strukturbildung ebenso berücksichtigt wie die Qualitätskriterien des Kooperationsverbundes Gesundheitliche Chancengleichheit (BZgA).

Seit Herbst 2018 fördern alle gesetzlichen Krankenkassen (unter Beteiligung des Bezirksamt Eimsbüttel und der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz) weitere drei Stadtteile/Gebiete in Eimsbüttel. Unter dem neuen Namen „Lokale Vernetzungsstellen für Gesundheitsförderung“ wird das Konzept mittlerweile an acht Standorten bzw. insgesamt bis zu 16 Stadtteilen/Quartieren realisiert.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hat dieses Vorgehen in 2016 als Modell guter Praxis ausgezeichnet. Weitere Informationen unter:
http://www.gesundheitliche-chancengleichheit.de/good-practice/koba-hamburg/

icon: dokument Good Practice KoBa 2016 [pdf-Dokument 32 kb]

 
Josephine Göldner
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Aktualisiert am: 19.12.18