Hamburgische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e.V.

Motiv: HAG, Foto HAG
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Erwerbslosigkeit und Gesundheit

Für viele Arbeitslose bedeutet die Kündigung nicht nur einen Einkommensverlust, sondern eine tiefgreifende Lebenskrise. Sie verlieren den geregelten Tagesablauf, den Kontakt zu Kolleginnen und Kollegen und erfahren eine gesellschaftliche Abwertung. Dadurch entstehen bei Betroffenen neben existenziellen Ängsten auch Gefühle von sozialer Isolation, Vereinsamung und Resignation.
Die geringere Teilhabe am gesellschaftlichen und sozialen Leben wirkt sich negativ auf die psychosoziale Gesundheit aus. Vermindertes Selbstwertgefühl, depressive Störungen oder Suchtmittelkonsum können die Folge sein. Eine Auswertung internationaler Studien zur Morbidität und Mortalität ergab ein 2,6-fach höheres Sterblichkeitsrisiko durch Erwerbslosigkeit.
Maßnahmen der Gesundheitsförderung sollten daher mit der Arbeitsförderung verknüpft werden. Um die Gesundheit von Erwerbslosen und ihren Angehörigen zu fördern, braucht es aber auch ein abgestimmtes Zusammenwirken der Akteure aus den unterschiedlichen Bereichen. Dazu zählen neben der hausärztlichen Versorgung die Job Center, die Beschäftigungsträger, aber auch Kitas, die Stadtteilarbeit, die Wohnungsunternehmen und andere Partner im Quartier.

 

Aktivitäten der Koordinierungstelle Gesundheitliche Chancengleichheit

  • Planung und Durchführung von Kooperationsveranstaltungen
  • Herausgabe themenbezogener Broschüren
 

Jung - arbeitslos-krank? Gesundheitsrisiko Jugendarbeitslosigkeit

Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien haben beim Übergang in den Beruf häufig schlechte Startbedingungen. Sie sind weniger gesund als andere und deshalb den Anforderungen des Arbeitslebens vielfach nicht gewachsen. Ärzte berichten von psychischen Problemen und Entwicklungsstörungen, dazu kommt häufig ungesunde Ernährung.
Um dem Teufelskreis „jung-arbeitslos-arm-krank“ zu durchbrechen, bedarf es besonderer Anstrengungen aller Beteiligten. Dazu zählen neben den Jugendlichen und ihren Eltern auch die Schulen, die Jobcenter und der Gesundheitsbereich.
Die Koordinierungsstelle Gesundheitliche Chancengleichheit in der HAG hat gemeinsam mit umdenken e.V. - Heinrich Böll-Stiftung Hamburg am 20.09.2012 eine Veranstaltung durchgeführt und das Thema „Jugendarmut und Gesundheit“ aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet.
Welche Hürden junge Erwachsene auf dem Weg von der Schule in die Arbeitswelt überwinden müssen war Thema des ersten Beitrages von Dr. Nora Gaupp vom Deutschen Jungendinstitut München. Sie stellte die Übergangswege (bildungs)benachteiligter Jugendlicher in Ausbildung und Arbeit dar und machte deutlich, dass eine differenzierte Betrachtung und Unterstützung notwendig ist: Jugendliche gehen unterschiedliche Wege und haben somit auch unterschiedliche Risiken.
Wie langzeitarbeitslosen jungen Erwachsenen der Weg in die Erwerbsarbeit geebnet werden kann, stellte Dr. Matthias Schmidt aus Dresden mit dem Projekt "Bridges" vor.
Besonders hervorzuheben: hier standen die Ressourcen und Kompetenzen der jungen Menschen im Mittelpunkt.

Welche Strategien zu einem gemeinschaftlichen Handeln erfolgversprechend sind, machte Stefan Bräunling von Gesundheit Berlin-Brandenburg deutlich: er stellte das Eckpunktepapier des Kooperationsverbundes Gesundheitsförderung bei sozial Benachteiligten vor.

Im zweiten Teil der Veranstaltung wurden diese Anregungen auf die Hamburger Situation übertragen. Vertreterinnen und Vertretern von team.arbeit.hamburg, Psychotherapeutenkammer, Krankenkassen und Schule diskutierten bestehende Angebote und mögliche Handlungsperspektiven. Unterstützung erhielten die Professionellen von Jugendlichen der Produktionsschule Steilshoop.
Die Tagung gab Impulse für Vernetzung und verstärkte Zusammenarbeit der Beteiligten und Verantwortlichen in Hamburg.

 

Ihre Ansprechpartnerin:

Petra Hofrichter
icon: telefon 040 / 2880 364 11
icon: mail Mail senden
 

Gesundheitsförderung bei Arbeitslosen

Kooperationsverbund „Gesundheitsförderung bei sozial Benachteiligten“:
Gemeinsam handeln: Gesundheitsförderung bei Arbeitslosen
Eckpunkte zum Vorgehen im kommunalen Rahmen

icon: dokument Poster

 

Gemeinsam handeln: Gesundheitsförderung bei Arbeitslosen

Eckpunkte zum Vorgehen im kommunalen Rahmen

icon: dokument Flyer

 
 
 

Soziale Lage

 
Aktualisiert am: 09.12.16