Hamburgische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e.V.

Motiv: HAG, Foto HAG
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Good Practice in Hamburg

Good Practice- Ansatz

Maßnahmen der Gesundheitsförderung und Prävention müssen qualitätsgesichert sein. Der Good Practice Ansatz ermöglicht Praktikerinnen und Praktikern einen leichten Einstieg in die Qualitätsdiskussion. „Gute Beispiele“ werden identifiziert und ganz pragmatisch daraufhin untersucht, was sie zur Verbesserung eines Projektes beitragen können.
Die Auswahl eines Good Practice- Projektes erfolgt auf der Grundlage von 12 Kriterien.

Die 12 Good Practice- Kriterien (www.gesundheitliche-chancengleichheit.de/good-practice/good-practice-kriterien/)
Die Kriterien wurden von dem beratenden Arbeitskreis des Kooperationsverbundes „Gesundheitsförderung bei sozial Benachteiligten“ auf der Grundlage von Forschungsergebnissen und bereits bestehenden sowie bewährten Qualitätsinstrumenten entwickelt. Mit dem Good-Practice-Ansatz erhalten die Praxisanbieterinnen und -anbieter einen Orientierungsrahmen, der es ihnen erleichtert Stärken und Schwächen ihres Projektes herauszuarbeiten. Für die Auswahl der Good-Practice Projekte hat der Kooperationsverbund ein mehrstufiges Verfahren entwickelt (Informationen unter: www.gesundheitliche-chancengleichheit.de). Ansprechpartner/innen in den Bundesländern sind die Regionalen Knoten. Bei den Regionalen Knoten können sich Akteure um die Begutachtung ihres Projektes bewerben und erhalten, bei Interesse, auch Beratung in Bezug auf die Weiterentwicklung ihres Projektes. Wenn sie als Good-Practice anerkannt sind, wird das Projekt in der Datenbank www.gesundheitliche-chancengleichheit.de besonders hervorgehoben und in der „Gelben Reihe –Gesundheitsförderung konkret“ von der BZgA veröffentlicht.

Die Projektdarstellungen erhalten somit eine größere Öffentlichkeit und geben interessierten Dritten Anregungen, wie sie ihr Vorgehen weiter entwickeln können. Außerdem bieten die Kriterien den Praxisakteuren bei der Erstellung von Projektanträgen eine einfache Strukturierungshilfe. Die Spitzenverbände der Gesetzlichen Krankenkassen weisen in ihrem Leitfaden von 2010 zur Umsetzung des § 20 SGB V darauf hin, dass sich der Ansatz dazu eignet, eine solche Aufgabe zu erfüllen.

Seit 2005 wurden in Hamburg 14 Projekte ausgezeichnet. Die zuletzt ausgezeichneten Projekte :

 

2016 als Gute Praxis-Projekt ausgezeichnet: Koordinierungsbausteine für Gesundheitsförderung

Die Stärkung gesundheitsförderlicher Strukturen im Stadtteil sowie die Entwicklung bedarfsgerechter und qualitätsgesicherter Angebote für Menschen in schwieriger sozialer Lage ist zentrale Aufgabe der Koordinierungsbausteine für Gesundheitsförderung (KoBas) in sechs Hamburger Quartieren. Für ihre Arbeit wurden die KoBas vom Kooperationsverbund Gesundheitliche Chancengleichheit als Beispiel guter Praxis ausgezeichnet und leisten damit einen Beitrag zur Qualitätsentwicklung in der soziallagenbezogenen Gesundheitsförderung.

Die Koordinierungsbausteine entstanden im Rahmen des Landesprogramms „Pakt für Prävention – Gemeinsam für ein gesundes Hamburg" und orientierten sich an den Leitzielen dieses landesweiten Prozesses. In Hamburg sollen Angebote der Gesundheitsförderung transparent und zugänglich gemacht werden. Ziele sollen gebündelt und Vorgehensweisen abgestimmt werden. Die KoBas koordinieren dabei die Umsetzung auf kommunaler Ebene.

Bei der Einrichtung, Finanzierung und Begleitung der Koba kooperieren drei zentrale Akteure: Die für Gesundheit zuständige Behörde in Hamburg (BGV) finanziert die Personalmittel für die koordinierenden Aufgaben der KoBas. Die Techniker Krankenkasse (TK) stellt den KoBa-Quartieren jeweils Verfügungsfonds zur Verfügung, aus denen Mikroprojekte finanziert werden können. Fachlich begleitet und unterstützt wird die KoBa-Arbeit durch die bei der Hamburgischen Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung (HAG) angesiedelte Koordinierungsstelle Gesundheitliche Chancengleichheit.

Weitere Informationen unter:
http://www.gesundheitliche-chancengleichheit.de/good-practice/koba-hamburg/

icon: dokument Good-Practice-Beispiel KoBa [pdf-Dokument 32 kb]

 

2012 als Gute Praxis-Projekt ausgezeichnet: Der „Baby-Führerschein“

Good Practice: Babyführerschein

Hamburger Angebot für junge Eltern aus der Lenzsiedlung als Gutes Praxis-Projekt ausgezeichnet

Die Geburt eines Kindes bringt große Freude aber auch viele Unsicherheiten, Veränderungen und Fragen mit sich. Der Umgang mit den Bedürfnissen des Neugeborenen aber auch mit den eigenen Bedürfnissen, mit Gefühlen von Schuld und Wut sowie den Veränderungen innerhalb der Paarbeziehung stellt Eltern immer wieder vor neue Herausforderungen.

Der „Babyführerschein“ bietet sozial benachteiligten werdenden Eltern und Familien mit Kleinkindern bis zwei Jahren Unterstützung bei der Bewältigung des neuen Alltags an. An zwölf Kursterminen werden Themen wie Gesundheitsförderung, Ernährung und Eltern-Kind-Bindung aufgegriffen und alltagsnahe Tipps vor Ort ausprobiert. Zwei Sozialpädagoginnen und eine Familienhebamme begleiten die Teilnehmerinnen und Teilnehmern in einem Prozess zu mehr Selbstbewusstsein, Handlungsfähigkeit und Vertrauen in die eigenen Kompetenzen.

Das Projekt wurde im Jahr 2006 durch die Stiftung Das Rauhe Haus auf Initiative des Runden Tischs „Lenzgesund“ entwickelt und zeichnet sich durch die enge Zusammenarbeit mit Stadtteilzentren, Bürgerhäusern und Elternschulen aus.

Der Kooperationsverbund „Gesundheitsförderung bei sozial Benachteiligten“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hat das Projekt „Baby-Führerschein“ als gutes Praxisprojekt ausgezeichnet.

Weitere Informationen unter: http://www.gesundheitliche-chancengleichheit.de/good-practice/baby-fuehrerschein-hamburg

 

2012 als Gute Praxis-Projekt ausgezeichnet: Das Projekt Superklasse

Das Projekt Superklasse hat erfolgreich das Good Practice-Auswahlverfahren des Kooperationsverbundes durchlaufen. Der Kooperationsverbund hat die folgenden Praxisbereiche des Projektes Superklasse als besonders nachahmenswert (Good Practice) identifiziert:
Integriertes Handlungskonzept/Vernetzung, Partizipation und Empowerment.

Im Projekt Superklasse setzen sich Schülerinnen und Schüler, insbesondere aus sozial benachteiligten Familien, intensiv mit der Frage auseinander, was sie brauchen, um sich wohlzufühlen und ein gesundes Leben zu führen. Sie produzieren Lieder zu den Themen Ernährung, Bewegung und seelische Gesundheit und können dabei ihre persönliche Sichtweise von Gesundheit äußern.

Zunächst 2009 als Pilotprojekt im Hamburger Stadtteil Lurup gestartet, wird das Projekt seit 2010 in drei weiteren Stadtteilen mit besonderem Entwicklungsbedarf in Hamburg realisiert. Die Techniker Krankenkasse fördert die Produktion der Gesundheitssongs und Videoclips im Rahmen des Präventionsbereichs „Gesunde Kommune“. Träger des Projektes ist BÖV 38 e.V.

Kennzeichnend ist die aktive Beteiligung der Kinder und Jugendlichen in die Planung, Umsetzung und Präsentation des Projektes Superklasse. Damit haben die Kinder und Jugendlichen die Möglichkeit über den Zugangsweg Medienprodukt sich selbst Gesundheitsthemen anzueignen. Für die erfolgreiche Projektumsetzung ist die Kooperation mit unterschiedlichen Akteuren, z.B. professionellen Musikerinnen und Musikern sowie Grafikern, unerlässlich. Das Projekt Superklasse wird deshalb als vorbildlich und nachahmenswert angesehen.

Mehr über das Projekt Superklasse erfahren Sie unter: http://www.gesundheitliche-chancengleichheit.de/good-practice/projekt-superklasse

 

Soziale Lage

 
Aktualisiert am: 04.05.16