Hamburgische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e.V.

Motiv: HAG, Foto HAG
Navigation Überspringen
 

Gesundheitsförderung vor Ort

Akteure in den Kommunen und Krankenkassen engagieren sich gemeinsam

Fachtag der Koordinierungsstelle für Gesundheitliche Chancengleichheit (KGC) Hamburg

icon: dokument Tagungsbericht zum Download [pdf-Dokument 924 kb]

 

Am 24. November 2016 veranstaltete die Koordinierungsstelle Gesundheitliche Chancengleichheit (KGC) Hamburg den Fachtag „Gesundheitsförderung vor Ort“ zur Information über die im September verabschiedete Landesrahmenvereinbarung Hamburg und die damit verbundenen Neuerungen und Chancen. In diesem Rahmen wurden gute bewährte Praxisansätze und neue Vorhaben in Hamburg vorgestellt. Über 70 Akteure und Vertreter_innen der kommunalen Dienste, der Sozialversicherung sowie Multiplikator_innen und Interessierte aus den Bereichen Gesundheit, Stadtteilentwicklung, Bildung und Soziale Arbeit nahmen an dem Fachtag teil. Er fand statt im Rahmen des BZgA-Projektes „Qualitätsentwicklung in Lebenswelten“.

 
161124_Schmitt

Simone Schmitt vom Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek) stellte die Entwicklung von der Bundesrahmenempfehlung zur Hamburger Landesrahmenvereinbarung (LRV) dar. Sie gab einen Überblick über die beteiligten Akteure, die Inhalte und Ziele der LRV sowie deren Umsetzungsstruktur in Hamburg.

icon: dokument Praesentation_Schmitt [pdf-Dokument 1320 kb]

 
161124_Stender

Klaus-Peter Stender (Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz, BGV) widmete sich in seinem Beitrag den Chancen für die Stärkung der Prävention und Gesundheitsförderung vor Ort mit Blick auf die LRV. Das Präventionsgesetz und die LRV seien der erste Schritt in die richtige Richtung. Laut Stender ist „die kommunale Ebene, wo die Menschen leben und arbeiten, eben auch die wesentliche […]“. Mit der Ausrichtung der LRV auf die Sozialräume sei der Weg für die Gesundheitsförderung vor Ort gestärkt. Er plädierte aber auch dafür, den Blick auf die Individualität der im Stadtteil lebenden Menschen noch einmal zu verstärken und die Beteiligungsmög-lichkeiten von Bürger_innen weiterhin auf- und auszubauen.

icon: dokument Praesentation_Stender [pdf-Dokument 1761 kb]

 
161124_Richter

Ein wesentlicher Ansatz in der kommunalen Gesundheitsförderung sind Integrierte Kommunale Strategien (IKS). Dr. Antje Richter-Kornweitz (Landesvereinigung für Gesundheit & Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e. V.) stellte Konzept und Strategien der IKS dar: Sie dienen dazu bereichs- und trägerübergreifend abgestimmte Angebote „von der Wiege bis zur Bahre“ im Quartier, Stadtteil oder der Kommune bereitzustellen. Besonders diejenigen Personen, die schwierige oder benachteiligte Lebensbedingungen zu bewältigen haben, sollen einen besseren Zugang zu Angeboten und Maßnahmen in der Kommune erhalten. Wichtige Merkmale von IKS sind die Bedürfnis- und Ressourcenorientierung, die Begleitung von Übergängen und die interdisziplinäre und fachübergreifende Zusammenarbeit im Netzwerk. Gelin-gensfaktoren sind beispielsweise die Unterstützung durch einen politischen Beschluss, der Einsatz einer neutralen Koordination und ein langfristig angelegtes Vorgehen – kein Einzelprojekt, sondern eine dauerhafte Strategie.

icon: dokument Praesentation_RichterKornweitz [pdf-Dokument 1613 kb]

 

Entlang der Fragestellung „Was läuft bereits gut – wo werden neue Wege beschritten?“ wurden am Nachmittag drei Hamburger Praxisprojekte und Vorhaben vorgestellt und diskutiert.

 
161124_KoBa

Maike Schmidt (Techniker Krankenkasse, TK), Christiane Färber (BGV), Angelika Hoffmann (Bezirksamt Hamburg-Mitte & KoBa Rothenburgsort) und Petra Hofrichter (HAG/KGC) präsentierten die Koordinierungsbausteine für Gesundheitsförderung (KoBa). Das Kooperationsprojekt von BGV, TK und HAG/KGC wurde 2010 initiiert und seitdem in sechs Hamburger Stadtteilen mit Entwicklungsbedarf etabliert. Große Bedeutung kommt dabei der Koordination/dem KoBa, angedockt an bezirkliche Strukturen oder einen Träger im Stadtteil, zu. Diese/r fungiert als Schnittstelle zwischen den Kooperationspartnern und den Stadtteilakteuren. Das Stadtteil-Netzwerk entscheidet gemeinsam mit dem KoBa über Projekte, entwickelt SMARTe Ziele und bildet sich fort. Die Projekte werden über den KoBa bei der TK beantragt. Über moderierte Austauschtreffen, fachliche Prozessbegleitungen und Qualifizierungsangebote unterstützt die KGC die KoBas bei der Umsetzung und beim Aufbau von Präventionsketten im Stadtteil.

icon: dokument Praesentation_KoBas [pdf-Dokument 1408 kb]

 
161124_Billstedt

Die Aktivitäten zur Prävention und Gesundheitsförderung im Modellprojekt INVEST Billstedt/Horn und dem Kommunalen Präventionsprojekt der AOK Rheinland-Hamburg stellten Alexander Fischer (optimedis AG), Bettina Rosenbusch (Billenetz) und Katharina Hauschildt (AOK) vor. Die Gesundheitsversorgung in Billstedt-Horn soll im Rahmen des Projektes neu organisiert, der öffentliche Gesundheitsdienst integriert und der medizinische und soziale Sektor vernetzt werden. Der Zugang der Bevölkerung zum Gesundheitssystem soll künftig erleichtert werden. Beispielsweise soll ein „Gesundheitskiosk“ an einem zentralen Ort in Billstedt eingerichtet werden, wo Gesundheitsberatung, Patientenschulungen oder Casemanagement niedrigschwellig angeboten werden können. Gekoppelt sind diese Vorhaben mit dem Kommunalen Präventionsprojekt der AOK. Mit der Einrichtung einer Koordinierungs- und Vernetzungsstelle sollen, gemeinsam mit Akteuren aus dem Quartier und weiteren Verantwortlichen, Aktivitäten im Bereich Prävention und Gesundheitsförderung geplant und umgesetzt werden.

icon: dokument Praesentation_Billstedt-Horn [pdf-Dokument 1161 kb]

 
161124_Arbeitslose

Julia Sprei und Holger Sander von der hamburger arbeit GmbH, Corina Wegner (team.arbeit.hamburg) und Katharina Hauschildt (AOK) präsentierten sehr anschaulich ihre Zusammenarbeit im Projekt „Gesundheitsförderung für langzeitarbeitslose und andere sozial benachteiligte Menschen in Hamburg“. Mit dem Vorhaben sollen die niedrigschwellige, stadtteilorientierte Ansprache und Zugangswege gestärkt werden, um die Erreichbarkeit der Zielgruppen für Präventionsangebote zu erhöhen. Sie werden in einer Kombination aus Gesundheitsberatung und Gesundheitskursen im Sozialraum dabei unterstützt, ihre Gesundheitssituation zu verbessern, gesundheitsförderliches Verhalten zu entwickeln, sowie ihre Beschäftigungsfähigkeit und gesellschaftlichen Teilhabechancen zu stärken.

icon: dokument Praesentation_Arbeitslosigkeit [pdf-Dokument 1073 kb]

 

Das gemeinsame Fazit aller Akteure war, dass der Aufbau von Vernetzungsstrukturen und die Etablierung im Stadtteil einen langen Atem und genau aus diesem Grund auch eine langfristig angelegte Finanzierung brauchen. Genauso wichtig wie eine dauerhafte Koordination ist zudem die Beteiligung ALLER zentraler (Stadtteil-)Akteure und Institutionen sowie der Bürger_innen.

 
 

Soziale Lage

 
Aktualisiert am: 08.03.17