Hamburgische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e.V.

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"Gesund aufwachsen für alle" - Kommune(n) im Gespräch

Fachtagung vom 13.02.2014 im Rahmen des kommunalen Partnerprozesses

Fachtagung Plenum

Der Aufbau integrierter kommunaler Strategien ist ein komplexer und anspruchsvoller Prozess. Angepasst an lokale Gegebenheiten ist es wichtig, die Ressourcen und Kompetenzen der kommunalen Institutionen und Akteure aus unterschiedlichen Handlungsfeldern zu bündeln und die Unterstützungsangebote und Aktivitäten in einer sektorenübergreifenden Kooperation aufeinander abzustimmen. Diese Empfehlung findet sich wieder in den Strategien und Programmen der Gesundheitsförderung und Prävention auf Bundes- und Landesebene: im kommunalen Partnerprozess, der Bundesinitiative Frühe Hilfen und dem Pakt für Prävention.

Das hat die Koordinierungsstelle Gesundheitliche Chancengleichheit Hamburg zum Anlass genommen, Kommunen aus fünf Bundesländern zu einem Erfahrungsaustausch einzuladen. Im Mittelpunkt standen dabei folgende Fragen: Wie kann der Aufbau von Gesundheitsförderungs- und Präventionsketten mit einer regelhaften und verbindlichen Zusammenarbeit zwischen Akteuren und Institutionen gelingen? Wie lassen sich Präventionsketten und die Netzwerke Frühe Hilfen verknüpfen? Und: Rechnet sich die Investition in eine systematische Prävention und Gesundheitsförderung in der Kommune?

 
Fachtagung 13.02.14 Teilnehmerinnen

Den ersten Impuls zum Thema lieferte Christoph Gilles (Koordinierungsstelle Kinderarmut, LVR-Landesjugendamt Rheinland, Köln) mit seinem Vortrag "Damit Präventionsketten gelingen!". Ein Gelingensfaktor ist Steuerung und Koordination. Angelehnt an das Bild eines Ruder-Achters betonte er: Gemeinsame Planungen zielgerichteter Maßnahmen können erfolgreich umgesetzt werden, wenn alle in die gleiche Richtung und im selben Takt "rudern".

Im Anschluss verdeutlichte Rainer Schubert (Gesundheitsplanung im Sozialreferat der Stadt Braunschweig) die "[…] Notwendigkeit einer systematischen Zusammenarbeit von Gesundheitsförderung, Bildungsbereich und Jugendhilfe" zum Aufbau einer Präventionskette zur Armutsprävention. Schubert ergänzte: Wertschätzung und Verständnis, Offenheit und Durchhaltevermögen waren in Braunschweig wichtige Faktoren für den gelungenen Aufbau eines Präventionsnetzwerkes und der Einrichtung einer Koordinationsstelle Kinderarmut.

Partnerprozess und Bundesinitiative Frühe Hilfen weisen Schnittstellen auf. In beiden Programmen bildet die Netzwerkarbeit die Basis des gemeinsamen Handelns. Sie ist aber auch eine komplexe Herausforderung für alle Beteiligte. Welche Anforderungen an systemübergreifende und interdisziplinäre Kooperation gestellt werden und wie sie gelingen kann, stellte Till Hoffmann vom Nationalen Zentrum Frühe Hilfen in der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung heraus.

Dass sich kommunale Gesundheitsförderung und Prävention langfristig lohnt und somit zukünftig als potentieller Standortfaktor von Kommunen berücksichtigt werden sollte, verdeutlichte Professorin Dr. Uta Meier-Gräwe (Justus-Liebig-Universität, Gießen) eindrücklich in ihrem Vortrag zur ökonomischen Bewertung: "Kommunale Gesundheitsförderung zum Nutzen für alle!".

Der Nachmittag gab Raum zum praktischen Erfahrungsaustausch. Am Marktplatz "Kommunen im Gespräch" beteiligten sich Vertreterinnen und Vertreter aus Berlin, Braunschweig, Flensburg, Hamburg und Kassel; wer zudem mehr über die kommunale Austauschplattform „inforo online“ erfahren wollte, konnte sich an einem eigens dafür eingerichteten Stand informieren.

 

Informationen zu den Kommunen:

  • Berlin: Kerstin Moncorps (Bezirksamt Mahrzahn-Hellersdorf) und Danielle Dobberstein (Gesundheit Berlin-Brandenburg) gaben einen Einblick in den Aufbau der bezirklichen Präventionskette "Gesund aufwachsen in Mahrzahn-Hellersdorf".
  • Braunschweig: Rainer Schubert und Beatrice Försterra (Koordinierungsstelle Kinderarmut der Stadt Braunschweig) standen für weitere Fragen zum Projekt "Braunschweig für alle Kinder" zur Verfügung.
  • Flensburg: Jane Radeke ("Frühe Hilfen" Stadt Flensburg) und Dr. Petra Wihofszky (Universität Flensburg) gaben einen Einblick in die kommunale Gesamtstrategie "Projekt NeustadtGesund" in Flensburg.
  • Hamburg: Susanne Hüttenhain (Bezirksamt Hamburg-Mitte) stellte das Hamburger Modellprojekt einer stadtteilbezogenen Präventionskette "Gesund aufwachsen in Rothenburgsort" vor.
  • Kassel: Dr. Gabriele Oefner (Gesundheitsamt Region Kassel) und Rolf Reul (Hessische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitserziehung e.V., HAGE) berichteten über das Projekt "Willkommen von Anfang an – Gesunde Kinder in Kassel“ und die Arbeit der HAGE auf Landesebene.
  • Stephan Schmutz (Gesundheit Berlin-Brandenburg) lud zum Kennenlernen der Plattform "inforo online" ein. Das Portal ist eine ressortübergreifende Austauschplattform zum kommunalen Partnerprozess "Gesund aufwachsen für alle!" und zur Bundesinitiative Frühe Hilfen des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen (NZFH).
 

Zum Abschluss gaben Klaus-Peter Stender (Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz, BGV) und Brigitte Hullmann (Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration, BASFI) Antwort auf die Fragen: Wo kann es für Hamburg hingehen? Wo sehen Sie Synergieeffekte? Herr Stender sieht in Hamburg gute Voraussetzungen für Vernetzungen und eine Fortsetzung bzw. Förderung von Gesundheitsförderungs- und Präventionsketten. Die verschiedenen Akteure und Institutionen müssen sich als ein System begreifen, um Synergieeffekte und Ressourcen gemeinsam zu nutzen. Die Landeskonzeption Frühe Hilfen docke bereits an bestehenden Strukturen an und solle auf der vorhandenen bezirklichen und sozialräumlichen Infrastruktur aufbauen. Sie wurde in Zusammenarbeit von BASFI und BGV entwickelt und vertrete laut Frau Hullmann eine "Kultur der Kooperation von Anfang an".

Die Präsentationen der Referentinnen und Referenten finden Sie hier.

 

Tagungsimpressionen

 
 

Soziale Lage

 
Aktualisiert am: 27.02.14