Hamburgische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e.V.

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Rothenburgsort

Wie arbeitet eine Gesundheitsförderungs- und Präventionskette? Vor Ort Besuch der Senatorin in RBO

Am 14. November stattete die Senatorin für Gesundheit und Verbraucherschutz Cornelia Prüfer-Storcks einzelnen Einrichtungen, die aktiv in die Gesundheitsförderungs- und Präventionskette in Rothenburgsort (RBO) involviert sind einen Besuch ab.

Der erste Besuch führte zu den elbmüttern und elbvätern, ein Projekt, des Caritasverbandes für Hamburg e.V. in Zusammenarbeit mit dem Bezirksamt Hamburg-Mitte. Das Projekt startete im Jahr 2014 mit Hilfen für Familien in RBO. Die ehrenamtlich als elbmütter und -väter arbeitenden Migrantinnen und Migranten leisten vor allem sprachliche und kulturelle Vermittlungsarbeit. So begleiten sie Familien zu Ärzten oder helfen bei alltäglichen Fragen zu Themen wie Gesundheit, Kita, Schule, Erziehung und Behörden. Frau Hansen, Caritasverbandes für Hamburg e.V., betonte, dass die Vielsprachigkeit und die kulturelle Vielfalt der Ehrenamtlichen einen großen Beitrag zu gelingender Integration leisten. Sie sind ein wichtiger Partner für Eltern aber auch für Einrichtungen im Rahmen der Gesundheitsförderungs- und Präventionskette. Seit einiger Zeit sind elbmütter und elbväter auch in der Flüchtlingsunterkunft in Hamm tätig.

Als weitere Einrichtung suchte die Senatorin das Spielhaus Traunspark auf. Das Spielhaus ist ein offenes und kostenfreies Freizeit- und Betreuungsangebot für Kinder zwischen drei und 14 Jahren. Etwa 17 Kinder werden hier täglich betreut. Zu Beginn des Besuchs stellte Angelika Hoffmann, Koordinierungsbaustein Gesundheitsförderung in Rothenburgsort, Aufbau und Struktur der Gesundheitsförderungs- und Präventionskette in RBO vor. Das Spielhaus Traunspark hat von Anfang an diese Zusammenarbeit im Stadtteil unterstützt. Seit kurzem findet an einzelnen Samstagen nun ein gemeinsames Spiel- und Bewegungsangebot statt, im Anschluss wird gemeinsam gekocht und gegessen. Mit diesem Angebot, so betonte die Leitung Angelika Schläger, soll die Bewegung und die Beziehung zwischen Eltern und Kindern gestärkt werden. Abschließend stellte Petra Hofrichter, Hamburgische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e.V., das Projekt "Kommunale Entwicklung von Gesundheitsstrategien: Wissenschaft und Praxis im Dialog (KEG)" vor. Dieses wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert und beforscht die Zusammenarbeit in der Gesundheitsförderungs- und Präventionskette in RBO. Mit einem partizipativen Ansatz wird gemeinsam der Frage nachgegangen, welche förderlichen und welche hemmenden Faktoren die Entwicklung beeinflussen.

 

Aktiv, gesund und gut beraten in Rothenburgsort!

Koordinierungsbaustein Gesundheitsförderung (KoBa) veröffentlicht Stadtplan

Wo finden Familien Unterstützung bei Fragen rund um Gesundheit, Erziehung oder bei sozialen Fragen? Wo können Kinder und Erwachsene sich bewegen, spielen oder Sport treiben? Der KoBa Hamburg-Mitte hat mit Akteuren des Netzwerks „Gesund aufwachsen in Rothenburgsort“ einen Gesundheitsstadtplan entwickelt in dem alle Angebote und Einrichtungen aufgeführt sind. Der Stadtplan wurde finanziert über den TK-Verfügungsfonds. Der Koordinierungsbaustein (KoBa) in Rothenburgsort wird unterstützt von der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz (BGV), der Techniker Krankenkasse (TK), der Hamburgischen Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e.V. (HAG) und dem Bezirksamt Hamburg-Mitte.

 

Netzwerkarbeit gestartet

Am 17. Oktober 2013 fand das erste Treffen des Netzwerks „Gesund aufwachsen in Rothenburgsort“ statt. Die Workshopreihe, die Fachtagung und die Präsenz des KoBas vor Ort hatten die Entwicklung einer verbindlichen Zusammenarbeit gefördert. Das Netzwerk umfasst bisher 15 Akteurinnen und Akteure, die Kinder und Familien rund um die Geburt in Rothenburgsort begleiten. Dazu gehören beispielsweise Fachkräfte aus Kita, Schule, Elternschule, Gesundheitsamt oder Jugendamt.
Ziel des gemeinsamen Vorgehens ist es, über einen integrierten kommunalen Handlungsansatz positive Entwicklungsbedingungen für Kinder im Alter von null bis zehn Jahren und deren Familien in Rothenburgsort zu fördern.

Auf dem Auftakttreffen wurde schnell deutlich: Die Beteiligten sind weiterhin hoch motiviert und haben Interesse, nun auch in die praktische Umsetzung zu gehen. So wurde das Treffen genutzt, um die Ziele zu priorisieren und konkrete Umsetzungsschritte zu benennen. Starten wird das Netzwerk mit der Verbesserung des Zugangs zu Informationen für alle Bewohnerinnen und Bewohner im Stadtteil. Hier soll eine Stadtteilbroschüre bzw. ein Stadtteilplan für Eltern erarbeitet werden. Erster Umsetzungsschritt hierbei ist die Durchführung einer Blitzbefragung der Eltern in den kommenden Beratungssituationen, um zielgruppenspezifische Materialien zu erarbeiten. Bei der Stärkung der Partizipationskultur im Stadtteil lassen sich weitere Erfolge beobachten: So ist Ende 2013 das Projekt „Elbmütter“ gestartet, ein Kooperationsprojekt der Caritas und des Bezirksamts Hamburg-Mitte.
Um die Qualifizierung der Netzwerkmitglieder zu fördern und die Qualität der Zusammenarbeit zu verbessern, bietet das Netzwerk zukünftig den Rahmen zum fallorientierten Austausch. Eine einstündige, extern moderierte Fallbesprechung wird Teil der Netzwerktreffen sein.

Am Aufbau der Gesundheitsförderungs- und Präventionskette in RBO beteiligen sich die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz (BGV) mit dem Pakt für Prävention, die Koordinierungsstelle Gesundheitliche Chancengleichheit in der Hamburgischen Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e.V. (HAG) und das Bezirksamt Hamburg-Mitte mit drei Fachbereichen. Zusammen mit dem Koordinierungsbaustein für Gesundheitsförderung (KoBa) bilden sie eine prozessbegleitende Steuerungsgruppe, die den Fachkräften vor Ort beratend und moderierend zur Seite steht.
Die Techniker Krankenkasse (TK) unterstützt den Stadtteil mit einem Verfügungsfonds für Mikroprojekte im Bereich Gesundheitsförderung (jährlich 10 000 Euro - entsprechend der Förderung der BGV für die Koordination). Der Einsatz dieser Mittel aus dem Verfügungsfonds der TK wird mit dem Netzwerk "Gesund aufwachsen in Rothenburgsort" abgestimmt.

 

Aktuell: Fachtagung am 20.08.2013

Gesund aufwachsen in Rothenburgsort! Entwicklung einer Gesundheitsförderungs- und Präventionskette für den Stadtteil“
Kooperationsveranstaltung der Koordinierungsstelle Gesundheitliche Chancengleichheit Hamburg - Hamburgische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e.V. (HAG), der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz und des Bezirksamtes Hamburg-Mitte.

Wie kann beim Entwicklungsprozess einer Gesundheitsförderungskette die Beteiligung der Akteure und der Bewohnerinnen und Bewohner konstant gewährleistet werden?
Wie können die Mitglieder des Netzwerkes „Gesund aufwachsen in Rothenburgsort“ Ressourcenorientierung und einen respektvollen Umgang mit den Familien zu ihren leitenden Qualitätskriterien machen?
Die Koordinierungsstelle Gesundheitliche Chancengleichheit der HAG, die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz und der Bezirk Hamburg-Mitte luden am 20.08.2013 Akteure aus dem Stadtteil zu einem Fachaustausch ein.
Es war ein weiterer Meilenstein im Rahmen des Entwicklungsprozesses einer stadtteilorientierten Gesundheitsstrategie. Im ersten Halbjahr 2013 haben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den unterschiedlichen Einrichtungen in Rothenburgsort (verschiedene Träger von Angeboten für Familien, Elternschule, Kitas, Behörden u.a.) im Rahmen einer dreitägigen Fortbildungsreihe am Aufbau einer Gesundheitsförderungskette gearbeitet. Diese Workshops wurden im Rahmen des Partnerprozesses „Gesund aufwachsen für alle“ gefördert und von der Techniker Krankenkasse finanziell unterstützt. Petra Hofrichter (HAG) und Christiane Färber (BGV) stellten nun die ersten Ergebnisse des Arbeitsprozesses vor:
Neben dem Austausch über Haltung, Selbstverständnisse und Ziele der multiprofessionellen Zusammenarbeit und der Identifizierung von Herausforderungen und Bausteinen einer Gesundheitsförderungs- und Präventionskette zählte dazu auch die Erarbeitung erster konkreter Ziele: Die Stärkung von Wissen und Handlungskompetenzen der Akteure in Bezug auf Partizipation und Ressourcenorientierung ist eines der zentralen Ziele, die sich das Netzwerk für die nächste Arbeitsphase gesetzt hat.
Unterstützung und Anregung erhielten sie auf der Veranstaltung von Prof. Dr. Raimund Geene, Professor für Kindergesundheit an der Hochschule Magdeburg-Stendal. In seinem Beitrag „Kinder und Familien stark machen: Ressourcen, Resilienz und Respekt“ ermunterte er die Teilnehmenden dazu, im Kontakt mit den Familien die subjektiven Realitäten der Eltern wahrzunehmen und die Angebote darauf anzupassen.
Wie ein Stadtteil eine Gesamtstrategie zur Vernetzung präventiver und gesundheitsförderlicher Angebote entwickeln kann und dabei die Bedürfnisse der Bewohnerinnen und Bewohner und die Bedarfe der Akteure mit berücksichtigen kann, stellte Dr. Petra Wihofzsky, Universität Flensburg, dar. Sie berichtete von den Erfahrungen aus dem Projekt der Flensburger Neustadt, zeigte Chancen und Stolpersteine auf. Ihr authentischer Bericht machte den Teilnehmenden deutlich: Partizipatives Vorgehen erfordert Prozessreflexion und eine partizipativ ausgerichtete professionelle Grundhaltung ist Voraussetzung für das gemeinsame Vorgehen. Aber: auch wenn man im Arbeitsalltag die Beteiligung etwas aus dem Blick verloren hat, eine Änderung im laufenden Prozess eines Projektes ist immer möglich!
Am 17. Oktober findet das erste Treffen des Netzwerkes „Gesund aufwachsen in Rothenburgsort“ von 15.00-17.00 Uhr statt.

 

Hintergrund zum KoBa Rothenburgsort

Rothenburgsort (RBO) ist ein kleiner Stadtteil im Bezirk Hamburg-Mitte. Hier leben ca. 8.650 Menschen. Rothenburgsort ist der ärmste Stadtteil Hamburgs. Charakteristisch für RBO sind die Insellage, die kulturelle Vielfalt und der Kinderreichtum. Mit 1471 Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren und einem überdurchschnittlich hohen Anteil der 20- bis 40-Jährigen an der Gesamtbevölkerung handelt es sich um einen relativ jungen Stadtteil. Kennzeichnend ist aber auch die zum Teil prekäre Lebenssituation von Familien, denn knapp die Hälfte aller Kinder wächst in Bedarfsgemeinschaften und ein Drittel in Ein-Eltern-Familien auf. Die Arbeitslosenrate der 15- bis 65-Jährigen liegt mit 8,97% (549 Personen) weit über dem Hamburger Durchschnitt, wobei es sich zu einem erheblichen Teil um Langzeitarbeitslose handelt. Fast 50% der RBO-Bewohnerinnen und -Bewohner haben einen Migrationshintergrund.

Für Rothenburgsort wurde ein Koordinierungsbaustein für Gesundheitsförderung im Bezirksamt Hamburg-Mitte eingerichtet.
Zum Aufgabenspektrum der Koordinatorin gehören die Vernetzung der Akteure, die Aktualisierung der Bestandsaufnahme, die Entwicklung von Gesundheitsförderungsprojekten sowie die Öffentlichkeitsarbeit.
Schwerpunkt des KoBas ist die Förderung von positiven Entwicklungsbedingungen für Kinder und Familien in RBO durch die Entwicklung eines integrierten kommunalen Ansatzes bzw. den Aufbau einer Gesundheitsförderungs- und Präventionskette auf der Basis eines multiprofessionellen Netzwerks.


Was bisher geschehen ist:
Von Januar bis Mai 2013 fanden 3 aufeinander aufbauende Workshops zum Thema „Gesund aufwachsen in RBO – Aufbau einer Gesundheitsförderungs- und Präventionskette“ statt.
Die Akteure sprachen sich dafür aus, zukünftig auf der Basis eines multiprofessionellen Netzwerkes eine Gesundheitsförderungs- und Präventionskette für Familien mit Kindern im Alter von 0-10 Jahren aufzubauen.
Am 20.08.2013 fand die Veranstaltung „Gesund aufwachsen in Rothenburgsort" statt.
Am 17.10.2013 fand die Gründung des Netzwerks "Gesund aufwachsen in Rothenburgsort" statt.

 

Impressionen vom Besuch der Senatorin in RBO

 

Aktiv, gesund und gut beraten in Rothenburgsort

Stadtplan von Rothenburgsort 2014

Gesundheitsstadtplan für Familien in Rothenburgsort

icon: dokument Aktiv, gesund und gut...

 

Ihre Ansprechpartnerinnen für RBO

Angelika Hoffmann
Bezirksamt Hamburg-Mitte
Dezernat Soziales, Jugend und Gesundheit
-Fachamt Sozialraummanagement-
Klosterwall 4
20095 Hamburg
Tel: 040 428 54 4696
E-Mail:
angelika.hoffmann@hamburg-mitte.hamburg.de

 

Fachtagung am 20.08.2013 in der RothenBurg

 
 

Soziale Lage

 
Aktualisiert am: 09.12.16