Hamburgische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e.V.

Motiv: HAG, Foto HAG
Navigation Überspringen
 

Projekt zur Stärkung der Gesundheitskompetenzen von Kindern (0-6 Jahre)

Workshop-Reihe für Multiplikator_innen

Die Workshop-Referent_innen

In dem von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung e. V. (BZgA) geförderten Projekt zur Stärkung der Gesundheitskompetenzen von Kindern im Alter von 0 – 6 Jahren veranstaltete die Hamburgische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e. V. (HAG) eine Workshop-Reihe für Multiplikator_innen. Die Fortbildungen fanden im Oktober und November 2015 in den Stadtteilen Neugraben und Rothenburgsort statt.

Wie können Gesundheitskompetenzen von Kindern und deren Familien gestärkt werden? Was gibt es für Anregungen und Methoden, um Ernährungs- und Bewegungsangebote in der Einrichtung umzusetzen? Welche Möglichkeiten und Herausforderungen sind damit verbunden?

Diese Fragestellungen standen im Mittelpunkt einer Fortbildungs-Reihe für Fachkräfte aus Kindertageseinrichtungen, ElternKindZentren, Elterntreffs und Elternschulen. Ziel war es, Multiplikator_innen darin zu unterstützen, gesundheitsförderndes Ernährungs- und Bewegungsverhalten von Familien mit Kindern in schwieriger sozialer Lage zu begleiten und zu fördern. Themen und Inhalte der Workshops wurden partizipativ mit den Mitarbeiter_innen der Koordinierungsbausteine für Gesundheitsförderung (Kobas) entwickelt. Kobas arbeiten in sechs Hamburger Stadtteilen mit Entwicklungsbedarf. Sie verfügen über stadtteil- bzw. quartiersbezogene Informationen zu Bedarfen, kennen bewährte Zugangswege und arbeiten mit Akteuren und Multiplikator_innen aus verschiedenen Settings zusammen.

In drei Workshops setzten sich die Teilnehmenden mit unterschiedlichen Inhalten der Ernährungs-und Bewegungsförderung auseinander, wie etwa die Gestaltung von Angeboten und ihre Integration in den Alltag. Ebenso diskutierten die Teilnehmer_innen, welche Strukturen für die Umsetzung von Projekten in der Einrichtung oder im Stadtteil genutzt werden können und welche Materialien und Methoden eine gute Qualität gewährleisten. Grundlegende Aspekte von Ernährung und Bewegung wurden mit alltagspraktischen Beispielen verknüpft.

Der Sport- und Erlebnispädagoge Martin Legge führte die Teilnehmenden theoretisch und praktisch in das Thema der „urbanen Bewegungskultur“ ein. Er stellte anschaulich dar, wie Aktivitäten im Bereich Bewegung – im unmittelbaren Umfeld, im Rahmen der vorhandenen Strukturen und Möglichkeiten, mit einfachen Mitteln und Utensilien, kostenfrei und bei jedem Wetter – in den Alltag der Kinder integriert werden können.
Kadi Sieben, Diplom-Oecotrophologin vermittelte, wie man Kindern eine ausgewogene Ernährung nahe bringen kann: Kinder brauchen eine Ess-Kultur, Begeisterung, vielfältige Impulse, Herausforderungen sowie aktive Vorbilder mit gesundheitsförderlicher Haltung. In einem Stationenparcours mit verschiedenen Experimenten erprobten die Teilnehmen, wie Kinder sich spielerisch mit den verschiedenen Sinneswahrnehmungen (riechen, hören, schmecken, fühlen und tasten) auseinandersetzen und unterschiedliche Lebensmittel kennenlernen können.

Dass es wichtig ist, die Gesundheitskompetenzen von Familien mit Kindern – besonders in belasteten Lebenslagen – zu fördern zeigt auch der kürzlich von der Behörde für Verbraucherschutz veröffentlichte Bericht „Gesundheit Hamburger Kinder im Einschulungsalter“ (BGV, 2015). Dieser hebt hervor, dass die Gesundheit von Kindern in Hamburg ungleich verteilt ist. Sozial schlechter gestellte Kinder, Kinder Alleinerziehender und Kinder mit Migrationshintergrund zeigen häufiger Anzeichen für eine eingeschränkte Gesundheit und sind vermehrt Gesundheitsrisiken ausgesetzt. So haben Kinder in sozial eher schlechter gestellten Stadtteilen Hamburgs häufiger Übergewicht und sind weniger sportlich aktiv.

 

Ernährung und Bewegung ganz praxisnah

 
 

Soziale Lage

 
Aktualisiert am: 07.03.17