Hamburgische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e.V.

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Landungsbrücke - Übergänge meistern

Fachtagung zum Projektabschluss

7. Juni 2018

Die Abschlusstagung des HAG-Projektes „Landungsbrücke – Übergänge meistern! Seelisches Wohlbefinden von jungen Menschen fördern“ fand am 07. Juni 2018 im Harburger Elbcampus statt. In dem Modellprojekt ging es um die Förderung des seelischen Wohlbefindens von jungen Menschen in der Übergangsphase von der Schule in die Berufsvorbereitung bzw. in das Studium.
Die Hamburger Krankenkassen und Krankenkassenverbände (GKV) haben das Projekt fünf Jahre lang gefördert.
In der mit mehr als 80 Teilnehmenden gut besuchten Veranstaltung standen Erfahrungen und Erkenntnisse aus der Projektarbeit, die Gestaltung von Übergängen im Entwicklungsverlauf sowie die Resilienzförderung im Mittelpunkt.
Dr. Matthias Gruhl, stellvertretender Vorsitzender der HAG, begrüßte die Gäste und hob hervor, wie wichtig in der prägenden Phase der Adoleszenz die Beteiligung und Stärkung von Jugendlichen ist. Er dankte der GKV für die Förderung dieses Modellvorhabens und die Bereitschaft etwas Neues auf den Weg zu bringen.
Kathrin Herbst, Leiterin der vdek-Landesvertretung Hamburg, machte deutlich, dass das von den Hamburger Krankenkassen und Kassenverbänden (GKV) geförderte Projekt deshalb so erfolgreich war, da in diesem Projekt mit den Jugendlichen und den Multiplikator*innen gemeinsam innovative Angebote entwickelt wurden. Jugendlichen wurde auf Augenhöhe begegnet, sie wurden beteiligt und ernst genommen.
Prof. Dr. Raimund Geene von der Berlin School of Public Health stellte den Transitionsansatz vor. „Das eigene Verhalten von Jugendlichen ist immer sinnhaft“, so Geene, dies gilt es zu verstehen und in die Begleitung von Jugendlichen im Übergang zu berücksichtigen. Er betonte, dass die Begleitung der Jugendlichen in der Transitionsphase eine Herausforderung an die gesundheitliche und soziale Versorgung sei.
Ronja Pohl vom Deutschen Resilienz Zentrum Mainz, referierte zum Resilienzmodell. So ist die Entwicklung der „Fähigkeit zur Aufrechterhaltung oder Rückgewinnung der psychischen Gesundheit während oder nach widrigen Lebensumständen“ als lebenslanger Lernprozess zu verstehen. Schutzfaktoren sind dabei beispielsweise Grundhaltungen wie die Selbstwirksamkeitsüberzeugung oder ein realistischer Optimismus. „Resilienz ist lernbar, wieder verlernbar und neu erlernbar“, betonte Pohl. Pädagog*innen, die Jugendliche in der Übergangsphase begleiten, spielen daher eine zentrale Rolle.
Petra Hofrichter, Fachliche Leitung der HAG, berichtete über Erkenntnisse und Erfahrungen aus dem Projekt. In den fünf Jahren wurden lebensweltnahe Maßnahmen, zum Beispiel eine Projektwoche, Ringvorlesung, App und Website oder Multiplikator*innenschulung, modellhaft entwickelt und teils partizipativ mit zwei verschiedenen Zielgruppen (Studierende bzw. Schüler*innen an einer Produktionsschule) erprobt.
Abschließend diskutierten Projektbeteiligte über ihre Erfahrungen im Projektverlauf: Martin Krinke, Leiter der Produktionsschule Altona (PSA) berichtete über die Projektwoche und die Inhouseschulungen, die während der Projektlaufzeit in der PSA durchgeführt wurde und bekräftigte, dass alle Beteiligten von dem Projekt nachhaltig profitiert haben. Dass die Workshops wie Parkour, action-painting oder auch Yoga/Entspannung so gut von den jugendlichen angenommen wurde, führte Krinke auf die Qualität der Angebote und die Kompetenz der Workshop-Durchführenden zurück.
Katharina Hauschildt, AOK Rheinland/Hamburg und Vertreterin der GKV, hat das Projekt über den gesamten Zeitraum begleitet und betonte: „Wir haben viel gelernt über die Bedarfe der Jugendliche in diesem Projekt“. Sie machte deutlich, dass die große Qualität des Projektes darin bestand innovative Wege auszuprobieren.
Die Rolle einer Projektkoordinator*in einem solchen Prozess ist da entscheidend: „Dazu braucht es ein gewisses Maß an Flexibilität, Kreativität und die Fähigkeit manchmal von ersten Ideen wieder abzurücken, wenn man zum Beispiel merkt, dass die Adressat*innen und die Multiplikator*innen ganz andere Bedarfe haben“, so Maria Gies von der HAG.
Im Rahmen der Landesrahmenvereinbarung (LRV) zur Umsetzung des Präventionsgesetzes ist die Entwicklung eines Folgeprojektes geplant. Landungsbrücke II soll als Gemeinschaftsprojekt der Beteiligten der LRV realisiert werden. Im Folgeprojekt soll der Fokus auf die Zielgruppe Junge Menschen im Übergang Schule-Berufsvorbereitung gelegt werden.

 

Informationen zum Modellprojekt

Projektlogo

Wann fühlen sich junge Menschen wohl? Welche Ressourcen und Stärken bringen sie mit? Wie können diese individuell und in der Lebenswelt nachhaltig gefördert werden?

Diese Fragen stehen im Mittelpunkt des Modellprojektes „Landungsbrücke – Übergänge meistern!“, welches im Juli 2013 startete.
Junge Menschen sind heute zunehmend belastet und hohen Anforderungen sowie Stresssituationen ausgesetzt. Die Ergebnisse internationaler und nationaler Studien aus dem Bereich Kinder- und Jugendgesundheit der vergangenen Jahre belegen den Bedarf an gesundheitsförderlichen und präventiven Maßnahmen im Bereich psychischer Gesundheit junger Menschen.
Das übergreifende Ziel des Modellprojektes dabei ist die Förderung des seelischen Wohlbefindens von jungen Menschen in der Übergangsphase von der Schule ins Studium oder in die Ausbildung bzw. die Berufswelt nachhaltig zu fördern. Es werden gesundheitsfördernde Maßnahmen konzipiert, die soziale und personale Schutzfaktoren sowohl von jungen Menschen als auch deren Multiplikator_innen nachhaltig fördern sollen. Die Ausrichtung des Projektes ist gesundheitsfördernd, ressourcenorientiert und partizipativ.

„Landungsbrücke – Übergänge meistern!“ ist ein Projekt der Hamburgischen Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e. V. (HAG). Mit einer Laufzeit bis Juni 2018 wird das Projekt von den Hamburger Krankenkassen und Kassenverbänden (GKV) gefördert.

Landungsbrücke finden Sie auf der projekteigenen interaktiven Website unter www.hag-landungsbruecke.de.

 

Ihre Ansprechpartnerin

Yvonne de Buhr
icon: telefon 040 2880 364 19
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Landungsbrücke online!

Unter www.hag-landungsbruecke.de gibt es aktuelle Informationen zum Projekt sowie Infos und Tipps zum seelischen Wohlbefinden von jungen Menschen!

 
 

Schule/Ausbildung

 
Aktualisiert am: 18.06.18